Gleich aber doch anders?

Ein Thema, welches mich schon seit Kindestagen beschäftigt, ist das Thema der Wahrnehmung. Nimmt jeder Mensch das gleiche war? Spüren wir das selbe, oder zumindest das gleiche? Riechen wir das gleiche? Schmecken wir das gleiche? Hören wir das gleiche? Sehen wir das gleiche?

Ich weiß, dass wir als Babys unsere „Standard-Frequenz“, der Stimmfrequenz unserer Mutter anpassen. Das heißt, diese Frequenz ist so etwas wie ein Leitton für uns. Das hat zur Folge, dass wir theoretisch nicht alles gleich mit den Ohren wahrnehmen. Zum Beispiel, ein Musikstück wird abgespielt. Für uns beide klingt es anders, aber wir wissen es nicht, da wir ja nur unsere eigene Frequenz kennen und somit nur wissen können, wie wir selbst es hören. Das heißt natürlich auch, deine Stimme klingt für alle unterschiedlich. Zwar immer unterschiedlich gleich, aber dennoch unterschiedlich. Ich habe zu diesem Thema einmal einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt gefragt, er meinte, dass es prinzipiell stimmt, nur man kann es nicht testen. Also Praxis und Theorie stehen hier irgendwie im Zwiespalt. Prinzipiell, theoretisch, praktisch.

Dasselbe Prinzip bei riechen und schmecken. Wir wissen zwar, dass es salzig oder verbrannt ist. Aber nimmst du es genauso wahr? Ist es für dich erträglicher als für mich? Obwohl schmecken eher Gewöhnungssache ist, ist es trotzdem ein interessanter Gedanke.

Der nächste Sinn ist für mich aber der entscheidende. Siehst du das gleiche? Sieht etwas für uns gleich aus? Nimmst du dieselben Farben wahr? Ist mein „Grün“ dasselbe grün wie deines?
Ich meine, Kinder lernen von ihren Eltern. Das heißt, etwas eine Farbe wird mit einem bestimmten Wort gekennzeichnet. Die Farbe „Grün“ mit dem Wort „grün“. Aber ist mein grün dasselbe wie deines? Vielleicht ist mein grün, dein rot. Wir benennen es zwar gleich, aber nehmen wir es auch gleich wahr?

Meiner Meinung nach, erfüllt es einen mit mehr Offenheit und Respekt anderen gegenüber, wenn man sich zu Gute führt, dass Wahrnehmungen, Einschätzungen und Erfahrungen nie dieselben sind. Vielleicht benutzen wir dieselben Worte für Gefühle, Eindrücke ect, aber ob wir es wirklich gleich wahrnehmen, werden wir wohl nie so ganz erfahren…

binabina.

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One thought on “Wahrnehmung

  1. gleich vs. ungleich echt vs. unecht.
    Scheinbar unmöglich zu bestimmen. Doch: WAHR ist, was DU WAHRNIMMST, sei es über Sinneseindrücke oder Emotionen; DAS ist DEINE WAHRHEIT. Ein ANDERER hat SEINE WAHRNEHMUNG (=WAHRHEIT), die mit deiner nicht ident sein muss, ja nicht ident sein kann, spielt doch auch die bisherige eigene Lebensgeschichte eine Rolle bei der Wahrnehmung hier und jetzt.
    Selbst DU erlebst eine gleiche Situation zu verschiedener Zeit ANDERS als die vorige.

    Mein Fazit:

    Lassen wir doch dem ANDEREN SEINE WAHRHEIT, diese ist GLEICHBERECHTIGT mit DEINER WAHRHEIT, und RESPEKTIEREN wir den ANDEREN so, wie ER IST.
    DAS IST GANZ SCHWER, aber NICHT UNMÖGLICH.

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